Möregårdh und Wegrzyn Europameister

Jens FellkeAktuelles, Fakten, Portrait, Resultate, Spielerportrait

Der Schwede Truls Möregårdh und die Polin Anna Wegrzyn errangen die Einzeltitel der Jugend Europameisterschaften im tschechischen Ostrava Mitte Juli. Rumänien holte sich die Einzeltitel bei den Schülerinnen und Schülern.

Truls Möregårdh, Jugend Europameister 2019. Foto: Rémy Gros/ETTU

Keines der Finale ging über Sieben Sätze. Möregårdh besiegte Yu Khinhang aus Azerbadjan mit 4-1, Wegrzyn schlug die Italienerin Jamila Laurenti mit 4-2. Elena Zaharia gewann ihr Finale mit 4-0 über die Russin Voronina und Darius Movileanu seinen erst 13 Jahre alten Landsmann Chirita mit 4-2.

Jungen Einzel
Der große Favorit im Jungeneinzel, Truls Möregårdh, 93 Plätze in der Herren Weltrangliste vor dem nächsten Jugendlichen, aber nur an fünf gesetzt aufgrund fehlender Resultate bei den Jugendlichen, zeigte, daß er in seiner Altersklasse in Europa nicht nur auf dem Papier überlegen ist. Und damit auch, daß in höheren Altersklassen erzielte Resultate nicht zählen, eine schlechte Lösung ist. 
Er hatte bereits im letzten Jahr den Titel bei den Jungen hauchdünn verfehlt, dieses Jahr wollte er sich revanchieren und steuerte unbeirrt auf Gold zu. Keiner seiner Gegner konnte ihn ernsthaft gefährden, er verlor nur 4 Sätze während des gesamten Einzelturniers. Zwei davon gegen den an eins gesetzten Russen Lev Katsman (Jugendrangliste), der ihm als einziger guten Widerstand im Viertelfinale leisten konnte. 

„Es war vollkommen gerecht.“

Falls Möregårdh im nächsten Jahr ein weiteres Mal den Titel holt, würde er mit Timo Boll gleichziehen,  der in den 90er Jahren auch ein Jungenfinale verlor, um dann zweimal Europameister zu werden.

“Es war vollkommen gerecht”, sagte Truls Möregardh den ETTU News nach dem Finale. “Yu und ich waren die beiden einzigen ungeschlagenen Spieler der Meisterschaft und hatten es verdient, das Finale zu bestreiten. Dort hatte ich gutes Selbstvertrauen und was das Wichtigste war – mein Spiel zu spielen.“

Ich hatte eine gute Taktik gegen Yu, aber er war absolut nicht einfach zu spielen. Aber insgesamt gesehen habe ich klug gespielt und war mental stärker.

Anna Wegrzyn, Mädchen Europameisterin im Einzel. Foto: Rémy Gros/ETTU

Mädchen Einzel
Als die Vorjahrszweite, Tania Plaian, Rumänaien, bereits in der dritten Runde gegen die Ungarin Fanni Harasztovich war der Weg für Anna Wegrzyn frei. Sie nutzte ihre Chance und wurde nu rim Halbfinale von Mariia Tailakova aus Russland gefordert und im anschließenden Finale von Jamila Laurenti, Italien, die sie beide zu sechs Sätzen zwangen.

“Der Sieg über Tailakova gab mir Selbstvertrauen. Danach war ich mir sicher, dass ich das Endspiel gewinnen würde. Es ist ein phantastisches Gefühl, es ist wunderbar, diese Medaille in den Händen zu halten.”

“Im sechsten Satz, ich führte 3-2, hatte Tailakova 9-4. Aber ich gab nicht auf, kam immer näher, spielte immer besser und bekam mehr Selbstvertrauen darin, dass ich es noch schaffen könnte ”, sagte Wegrzyn zu den ETTU News nachher. Ich machte eines meiner besten Spiele überhaupt und fühlte mich mental stark.

“Der Sieg über Tailakova gab mir Selbstvertrauen. Danach war ich mir sicher, dass ich das Endspiel gewinnen würde. Es ist ein phantastisches Gefühl, es ist wunderbar, diese Medaille in den Händen zu halten.”

Darius Movileanu, Schüler Europameister 2019 im Einzel. Foto: Rémy Gros/ETTU

Schüler Einzel
Die beiden an eins und zwei gesetzten Louis Laffineur, Belgium und Simon Belik, Tschechei, schieden früh aus. Dies gab einigen jüngeren Spielern, mit denen man eigentlich noch nicht gerechnet hatte, die Möglichkeit ganz nach vorn zu kommen. Von den 4 Halbfinalisten können drei noch im nächsten Jahr antreten. Movileanu kann seinen Titel im nächsten Jahr verteidigen und Chirita und Redzimski sind sogar noch zwei Jahre in der Schülerklasse. Im Finale sah es nach 3-0 Führung zunächst nach einem klaren Sieg für Movileanu aus. Chirita verkürzte auf 2-3, aber dann setzte sich Movileanu im sechsten Satz mit 11-6 durch und holte sich den Titel. Chirita hielt sich im Schüler Doppel schadlos, wo er Gold zusammen mit Ionescu gewann. 

Elena Zaharia, Schülerinnen Europameisterin 2019 im Einzel und Doppel. Foto: Rémy Gros/ETTU

Schülerinnen Einzel
Elena Zaharia verteidigte ihren Titel vom Vorjahr erfolgreich. Sie war in allen Spielen ziemlich überlegen – außer im Spiel gegen ihre französische Doppelpartnerin und Mitfavoritin, Prithika Pavade.Diese hatte nämlich eine 3-2 Führung, aber im sechsten und siebten Satz ging bei „Prithi“ nicht mehr viel und Elena gewann mit 11-5 und 11-6 ihren zweiten Schülerinnen Europameister Titel.

Mike Hollo und Annett Kaufmann – Silbermedaillengewinner im Schüler Mixed. Foto: Rémy Gros/ETTU

Medaillen für compass Spieler
Drei Spieler, die dem Team compass angehören, nahmen an diesen JEM teil – Annett Kaufmann, Jele Stortz und der Schwede David Björkryd. Alle sind 2006 geboren und haben die Möglichkeit, an zwei weiteren Schüler Europameisterschaften teilzunehmen.

Während Annett schon 2018 teilnahm und die Runde der letzten 16 im Einzel erreichte, waren David und Jele zum ersten Mal dabei. Jele trug mit einigen Siegen im Doppel zur Mannschafts-Bronzemedaille bei und David hatte bei seinem Debut eine zufriedenstellende Bilanz in der Mannschaft mit 5 Siegen und 4 Niederlagen. Im Einzel war er nach einem Sieg gegen den Belgier Giltia unter den letzten 32 chancenlos gegen den russischen Abwehrspieler Izumrudov.

Annett setzte ihre Medaillenjagd in den Einzelwettbewerben fort und gewann die Silbermedaille im Mixed mit Mike Hollo. Im Halbfinale hatten sie die starken Rumänen Singeorzan/ Movileanu mit 3-0 bezwungen während im Finale Pavade/Poret (Frankreich) zu stark waren. Zu bemerken ist, dass die Französin Prithika Pavade bei der 1-3 Niederlage die spielbestimmende Akteurin war.

Annett kämpfte sich im Einzel bis unter die letzten 16 vor und verlor dort gegen genau diese Pavade.

Medaillen Verteilung
Russland, Rumänien, Frankreich und Deutschland dominierten die Meisterschaft deutlich. Sie gewannen fast 70% der Medaillen. Die erfolgreichste Spielerin war Prithika Pavade mit Gold in der Mannschaft, im Mixed und Schülerinnen Doppel. Plus der Bronzemedaille im Einzel.

GoldSilberBronzeTotal
Russland46616
Rumänien3,5328,5
Frankreich2,51811,5
Polen224
Deutschland1157
Schweden10,512,5
Aserbaidschan22
Türkei11
Italien11
Belgien11
Weißrussland11
Tschechien11
Moldawien0,50,5
Österreich0,50,5