„Meine Familie ist mein Psychologe“

Jens FellkeAktuelles, Portrait, SpielerportraitLeave a Comment

— For English version – click here —

2. Teil des Interviews mit Annett Kaufmann

Fitnesstraining, Atmung, schulische Disziplin. Außerdem Marvel und Grey’s Anatomy. Hier im zweiten Teil unseres Interviews erfahren sie noch mehr über Annett Kaufmann.

Freude beim Training. Für compass Spielerin Annett Kaufmann ist die Freude und das positive Gefühl für Tischtennis die Grundlage von allem. Foto: compass

Wie arbeitest du mit deiner körperlichen Fitness? Eine Menge Training erfordert einen starken und nachhaltigen Körper.

„Ich habe Melanie Heilemann – es ist das Beste überhaupt, mit ihr zu arbeiten. Sie kennt meinen Körper genauso gut wie ich. Ich kann ihr sagen, was ich verbessern möchte und sie weiß sofort, wie ich daran arbeiten kann. Aber sie kennt nicht nur meinen Körper, sondern auch mich als Person. Ich arbeite jetzt seit dreieinhalb Jahren mit Melanie, zweimal pro Woche persönlich und dann trainiere zusätzlich ich auch alleine. Ich habe meine körperliche Leistungsfähigkeit deutlich verbessert. Ich bin nicht mehr so schnell müde wie früher. Ich kann die Belastung durch Training, Spiele, Turniere – und zusätzlich durch die Schule und die Hausaufgaben besser bewältigen.

Melanie hat mir auch beigebracht, wie ich mit Nervosität umgehen und mich beruhigen kann. Das mache ich durch Atmen. Ich atme ein – und denke, ich bin gut, ich atme aus – und sage mir, ich schaffe das. Das hilft mir sehr. Ich bin generell nicht wirklich geduldig. Ich kann schnell in negative Emotionen verfallen. Am Anfang habe ich nicht an diese Atmung geglaubt, aber jetzt bin ich überzeugt, dass sie funktioniert. Ich habe auch eine verkürzte Methode, die ich in den kleinen Spielpausen anwenden kann.“

Annett and Melanie Heilemann im gemeinsamen Training. Foto: Melanie Heilemann

Gehst du auch zu einem Sportpsychologen?

„Nein, meine Familie ist mein Psychologe. Meine Mutter, mein Vater und meine Schwester Alexandra. Sie können mir direkt helfen. Meine Eltern haben beide einen sportlichen Hintergrund. Und Alexandra ist selbst Spielerin und Trainerin.“

Smalltalk mit Schwester Alexandra bei einer Einheit in Böblingen. Foto: compass

Wie sieht ein normaler Tag bei dir aus?

„Ich wache um 6.00 Uhr auf. Um 7.15 Uhr verlasse ich das Haus und gehe zur Schule. Um 7.30 Uhr treffe ich mich mit ein paar Freunden vor der Schule. Um 7.45 Uhr beginnt der Unterricht. Ich habe eine beste Freundin in der Schule, die mir sehr hilft. Sie erklärt mir Dinge, wenn ich abwesend war und den Unterricht verpasst habe, und macht sich Notizen für mich.
Um 13.15 Uhr gehe ich nach Hause, esse, mache ein paar Hausaufgaben und gehe zum Training. Wenn ich nach dem Training wieder nach Hause komme, mache ich meine Hausaufgaben und alles, was ich für den nächsten Tag vorbereiten muss, zu Ende. Nach einer Dusche kann ich dann letztendlich schlafen gehen.“


Was machst du außerhalb des Tischtennis?

„Freunde treffen. Ich versuche, Klavier zu spielen, obwohl ich überhaupt nicht talentiert bin. Aber ich probiere gerne neue Dinge aus. Ich spiele etwas Volleyball und zeichne gerne. Und ich verbringe Zeit mit meiner Familie. Und ich liebe es, Serien zu sehen, zum Beispiel auf Disney+. Besonders gerne schaue ich Marvel Filme und Grey’s Anatomy!“


Was ist der Unterschied zwischen Herren- und Damentischtennis?

„Die Stärke bzw. die Schlagkraft. Ansonsten spielen wir mit denselben Schlägern, denselben Bällen und auf demselben Tisch. Nach den gleichen Regeln. Es gibt also keine weiteren Unterschiede.“


Was wären deine Ratschläge an Mädchen, die die Nummer eins im Tischtennis werden wollen?

„Spielt mit Freude und nicht für den Erfolg. Gebt nicht auf – es gibt immer harte Zeiten und gute Zeiten.“


— Hier geht es zum 1. Teil des Interviews —

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.