Europe Youth Top 10, Ferien, Lehrgang und Punktspiel

Jens FellkeAktuelles, Portrait, SpielerportraitLeave a Comment

Eine Woche im Oktober mit dem compass-Spieler Lleyton Ullmann aus Hamburg

Zu wenig Spin in der Banane? Foto: M. Steinbrenner

Meine lange Woche vom 09.-18. Oktober begann damit, dass ich bei den Europa Top 10 in der Altersklasse U-15 in Berlin spielte. Ich hatte eine Wild Card bekommen, weil der DTTB Ausrichter war. Zu Beginn fühlte ich mich nicht so wohl dabei, da ich wegen Corona lange nicht international gespielt hatte. Es wurde auch mit höherem Tempo als normal gespielt, aber ich gewöhnte mich relativ schnell daran und an das Niveau generell. Ich gewann ein Spiel, verlor sieben und wurde siebter. Das Turnier war eine gute Erfahrung und ich merkte, dass ich bei den Besten in Europa mithalten konnte. Ich schlug die Nummer acht in Europa und hatte zwei Satzbälle zum 2-2 gegen Chirita aus Rumänien, der zweiter bei den Schülern bei der Jugend-EM 2019 war. Ich lag einige Male vorn, konnte das aber nicht halten. Das hätte ich besser machen können und sollen. Insgesamt finde ich, es war ok.

Lleyton beim Europe Youth Top 10. Foto: M. Steinbrenner
Zwei Hamburger in Hamburg…Foto: privat

Ferien die ganze Woche
Am späten Sonntagabend kam ich zurück nach Hamburg und dann hatten wir die ganze Woche Ferien. Am Montag habe ich mich nach dem Top10 vom Tischtennis ausgeruht. Ich fuhr in die Stadt und traf Freunde aus meiner früheren Schule. Wir aßen Hamburger bei Burgerlich. Sehr gut! Wir haben viel über Corona diskutiert.
Meine Freunde sind noch an meiner alten Schule, aber ich bin zu einem Sportgymnasium gewechselt, um während der Schulzeit trainieren zu können und leichter frei zu bekommen. Wir verglichen die Corona-Regeln an unseren Schulen. Die sind sehr unterschiedlich. Z.B.  dürfen wir uns an meiner Schule auf dem gesamten Schulgelände aufhalten, während meine alten Klassenkameraden sich nur in bestimmten Teilen des Schulgeländes bewegen dürfen. Natürlich um das Ansteckungsrisiko zu vermindern.

Am Dienstagmorgen wurde ich von einem Journalisten interviewt. Wir saßen in einem Cafe in einem Einkaufszentrum und er fragte, wie ich dazu kam, mit Tischtennis anzufangen, ob ich in meinem Verein TSV Sasel in der ersten oder zweiten Mannschaft spielen würde und nach meinen Zielen.
Ich antwortete, dass ich in der ersten Mannschaft spiel und dass mein Ziel ist, Profi zu werden, in der Bundesliga zu spielen und in die deutsche Nationalmannschaft zu kommen. Am Nachmittag bin ich 45 Minuten gejoggt – das waren ca. sieben bis acht Kilometer. Danach habe ich noch Stabilitäts- und Balancetraining gemacht.

Lleyton beim Stabilitätspakt- und Balancetraining. Foto: privat

Mehr Rotation in der Rückhandbanane
Am Mittwoch und Donnerstag war ich beim Ferienlehrgang des Hamburger Tischtennis Verbandes mit zwei Einheiten am Tag. Ich trainierte in erster Linie das, was beim Europe Youth Top 10 nicht so gut geklappt hatte. Vor allem, dass ich nicht genug Spin in meiner Rückhandbanane hatte, was den Gegnern das Angreifen zu leicht machte. Aber auch, dass ich schneller vom Tisch rauskommen muss, wenn ich kurze Aufschläge mit kurzen Rückschlägen retourniert habe. Und auch, dass ich in den Ballwechseln mehr auf meine Rückhand vertraue. Ich laufe oft um, um mit der Vorhand aus der Rückhand zu ziehen. Das ist überhaupt kein Vorteil, wenn ich nicht fest genug ziehen kann, um sofort einen Punkt zu machen. 

Am Freitag trainierte ich eine Einheit am Vormittag. Am Nachmittag hatte ich noch ein Interview. Das war Teil eines Projektes, bei dem man die Talentförderung in verschiedenen Sportarten vergleicht: Tischtennis, Handball, Fußball und einige andere Sportarten. Um halb sechs war ich zuhause und aß schnell etwas. Halb sieben bis neun hatten wir Training mit der A-Mannschaft des TSV Sasel vor den Punktspielen am Wochenende. Als ich zuhause war, sah ich mir eine Netflix-Serie an, die ’Blacklist’ heißt. Die ist gut.

Punktspiele
Samstagmorgen frühstückte ich mit meinen Eltern und meinem Bruder: Brote und Eier. Es ist sehr schön, die ganze Familie zu treffen und keiner hat es eilig zur Schule oder zur Arbeit. Das passiert nicht so oft. Um 12 Uhr war Treffen mit der Mannschaft. Wir hatten zwei Heimspiele, brauchten also nicht weit zu fahren. Am Samstag gewannen wir leicht mit 12-0 gegen Hannover. Ich gewann meine beiden Einzel ohne Satzverlust. Am Sonntag wurde es schwerer. Da schlugen wir Celle mit 7-5. Ich gewann ein Spiel, verlor aber ein schweres Match über 5 Sätze gegen Vincent Senkbeil. Wir spielen in der vierthöchsten Spielklasse und liegen auf dem dritten Platz. Ich selbst stehe jetzt 1:1 im vorderen Paarkreuz und 6:2 im zweiten.

Zurück nach Hause und in Quarantäne. Foto: privat

Jetzt ist es Sonntagabend und ich bin dabei, zu packen. Morgen früh um acht geht mein Zug nach Düsseldorf. Dort nehme ich an einem Lehrgang zusammen mit anderen Spielern aus der Jugendnationalmannschaft teil. Am Freitagnachmittag fahre ich wieder zurück nach Hamburg.


Anm. der Redaktion: Lleyton fuhr Montagmorgen nach Düsseldorf. Es wurde ein kurzer Aufenthalt. Als er dort ankam, musste er hören, dass ein positiv auf Covid-19 getesteter Spieler Lleyton als erste Kontaktperson angegeben hatte. Das bedeutete, dass Lleyton, der sich topfit fühlte, am selben Abend von seiner Mutter gezwungenermaßen abgeholt wurde und eine Woche zu Hause in seinem Zimmer bleiben „durfte“.

Mit Lleyton sprach Jens Fellke

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