Erfolgsfaktoren

„Früh übt sich“ ist im Tischtennis
mehr als nur ein Sprichwort,
denn es beruht auf wissenschaftlichen Fakten.



Unsere Strategie basiert auf empirischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen und beruft sich zudem auf die Expertise erfahrener Trainer*innen und ehemaliger Tischtennis-Weltranglistenspieler*innen. 

Die Förderstrategie unserer Stiftung basiert auf zwei elementaren Faktoren:

  • Eine eigens durchgeführte Fragebogenuntersuchung der besten europäischen Spieler*innen, die zu den Top 10 der Weltrangliste des Tischtennis zählen oder gezählt haben
  • die wissenschaftlichen Fakten des Bewegungslernens 

Als Berater und Partner durften wird unsere Erkenntnisse und Vorstellungen bereits folgenden „Movern und Shakern“ der internationalen Tischtennis-Branche vermitteln:

  • DTTB (Deutscher Tischtennisbund)
  • Schwedischer Tischtennisverband
  • ITTF (International Table Tennis Federation)
  • ETTU (European Table Tennis Union)
  • Landesverbänden und deren Trainer*innen,
  • Vereinen in Deutschland, Schweden und Frankreich und deren Trainer*innen
  • zahlreichen Tischtennisartikel Händlern und anderen Organisationen

Von den Besten lernen

Eine große Herausforderung besteht in der Art der Talentsuche und -förderung. Absolute Weltklassespieler*innen sind im Tischtennis fast ausschließlich auf Einzelinitiativen von Eltern und auf einzelne engagierte Coaches mit Unterstützung von Landesverbänden und Bund zurückzuführen. Wir haben die europäischen Spieler*innen befragt, die ganz nach oben gekommen sind, und aus deren Erfahrungen und Wissen gelernt.

Gepaart mit den im Nachwuchsleistungssport bekannten wissenschaftlichen Fakten in Bezug auf die motorische Entwicklung (Bewegungslernen), entstand ein System, mit dem wir bei compass Tischtennistalente suchen und fördern.

Talentsuche und -förderung mit COMpetence & PASSion.

Wissenschaftliche Fakten zur motorischen Entwicklung

  • Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass es ein optimales Lernalter für motorische Entwicklung gibt, welches sowohl von der Sensomotorik als auch dem Zusammenspiel der Sinnesorgane mit den motorischen Systemen abhängig ist.
  • Bewegungslernen findet besonders gut im frühen Kindesalter statt, da die Voraussetzungen für Synapsen (Verbindungen von Nervenzellen) im Alter von zwei bis acht Jahren optimal sind und die Vernetzung von sehr vielen Gehirnzellen stattfinden kann, die später auch für kognitive Leistungen notwendig sind.
  • Neue Reize und Wiederholungen führen zur Neubildung von Synapsen zwischen den Nervenzellen.
  • Eine große Anzahl von Synapsen geht allerdings verloren, wenn sie in der besten Lernperiode nicht häufig stimuliert werden.
  • Bereits ab 9-10 Jahren reduziert sich die Plastizität (Formbarkeit, Fähigkeit zu Änderungen) des Gehirns drastisch. Neue Bewegungsabläufe zu erlernen oder automatisierte zu verändern, wird von Jahr zu Jahr schwieriger.
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Synapsen bei Neugeborenen

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Synapsen bei Kindern im Alter von 2-8 Jahren

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Synapsen bei Kindern im Alter ab 10 Jahren

Dem Erlenen des Tischtennisspielens liegt die motorische Entwicklung zugrunde, die in der Wissenschaft als Bewegungslernen bekannt ist.

Wir haben die besten europäischen Spieler*innen gefragt

Wir haben die 13 besten europäischen Weltranglisten Top 10 Spieler*innen wie Boll, Ovtcharov, Waldner, Gatien, Saive, Rosskopf, Samsonov oder Persson, die das Welttischtennis zusammen mit den Chinesen und Japanern über viele Jahre bestimmt haben, befragt.

Neben den wissenschaftlichen Fakten beruhen unsere Erkenntnisse also auf den Antworten der eigens von uns durchgeführten Untersuchung, einem Fragebogen mit 16 wesentlichen Fragen zum Werdegang der Spitzenspieler.

Diese hatten ein Durchschnittsalter von 5,32 Jahren, als sie mit dem Tischtennis begonnen haben. Dass sie schon früh sehr gut waren, zeigt sich vor allem darin, dass alle europäischen Top 10 Spieler bereits Medaillen bei Schüler- und/oder Jugendeuropameisterschaften gewonnen haben.

Aktuell führend in der Weltrangliste sind Spieler*innen aus Asien. Während die besten asiatischen Herren mit 4,89 Jahren angefangen haben Tischtennis zu spielen, war das Durchschnittsalter bei den asiatischen Damen 4,5 Jahre. Diese Zahlen bestätigen die obigen wissenschaftlichen Aussagen. Die japanischen Weltklassespieler T. Harimoto und M. Ito (beide begannen mit 2 Jahren) konnten schon in sehr jungen Jahren einige der allerbesten in der Welt besiegen, was die Theorie bestätigt: Früh anfangen und viel Tischtennis spielen verschafft entscheidende Vorteile. Auch Timo Boll, der 1985 als 4-jähriger begann, ist ein gutes Beispiel.

Vom Talent zum Weltspitzenspieler*in – diese Faktoren entscheiden:

1. Persönliche Merkmale der Top 10 Spieler*innen

  • Tischtennis ist für sie eine Leidenschaft
  • Sie haben schon früh den Traum und die Vision, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen
  • Sie sind sich der Konsequenzen aus den gesetzten kurz- und langfristigen Zielen im Hinblick auf Lebensstil und Tischtennis-Training bewusst
  • Sie sind in der Lage, über lange Zeit mit hoher Qualität und Intensität zu trainieren
  • Sie verkraften Rückschläge und lassen sich nicht entmutigen
  • Sie denken positiv!
  • Sie sind offen und immer bereit, zu lernen und sich weiterzuentwickeln
  • Sie interessieren sich für die Expertise aus verschiedenen Bereichen der leistungsbestimmenden Faktoren im Tischtennis
  • Sie suchen das für sie beste Trainingsmilieu
  • Sie haben ein sehr gutes, stabiles Vertrauensverhältnis zu ihrem Coach, der/die sowohl Trainer*in als auch persönliche Berater*in ist

2. Interdisziplinäre Betreuung zwischen sozialem und sportlichem Umfeld

Viele Tischtennis-affine Väter/Mütter oder Trainer*innen haben (ebenso wie in anderen individuellen Sportarten und im Bereich der Kunst, Musik, Ballett usw.) sehr junge ambitionierte Kinder mit besonders großem Engagement von früh an unterstützt und gefördert.

Wir nennen diese intensive und individuelle Betreuung durch eine Person eine „Personal Coach-Tätigkeit“. Die allermeisten Topspieler*innen ab den 90er Jahren hatten solch eine wichtige Person, einen Mentor*in, und sind u.a. deshalb sehr gut geworden. Einige haben absolutes Weltklasse-Niveau erreicht.

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Signifikant: Eine Befragung aller europäischen Top 10 Tischtennis-Spieler*innen in der Welt hat gezeigt, dass sie schon in jungen Jahren einen Personal Coach hatten. In Deutschland sind die Spieler*innen Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov oder Petrissa Solja die besten Beweise dafür.

Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Entwicklung und Erfolg auf der einen Seite und einer intensiven Förderung und Betreuung auf der anderen Seite. Eltern oder auch Personal Coaches kennen alle Lebensbereiche eines Kindes, sowohl den sportlichen, schulischen als auch den sozialen Bereich. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Kind und dem Personal Coach ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Entscheidend: Der Personal Coach muss das Tischtennis-Trainings- und später das Wettkampfprogramm von der Motivation und den Zielen eines jungen Spielers abhängig machen. Sind diese hoch, sollen dementsprechend hohe Anforderungen an die Spieler*in gestellt werden, damit dieser die eigenen Ziele erreichen kann. Nimmt die Motivation und die Bedeutung des Erreichens von Zielen ab, sollten auch die Anforderungen an die Spieler*in reduziert werden und die Betreuung kann auf ein normales Niveau gesenkt werden. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist die Zusammenarbeit des Personal Coaches mit allen anderen Personen im Umfeld des Kindes, d.h. mit Eltern, Lehrern, Vereinstrainer*innen usw., später mit Landes- und Bundestrainer*innen.

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3. Die richtigen Rahmenbedingungen

Ein 4-6-jähriges Kind sollte die Möglichkeit haben, täglich Tischtennis spielen zu können. Trainingspartner wie Mutter, Vater, Geschwister oder Nachwuchstrainer tragen dazu bei, dass die spielerische Entwicklung eines Kindes 3-4 x schneller vor sich geht als beim Training mit Kindern gleicher Spielstärke. Auch im späteren Entwicklungsprozess sind Intensität und Qualität von essenzieller Bedeutung.

Junge Talente benötigen Eltern, die ihren frühen Traum einer Tischtennis-Karriere verstehen und unterstützen. Sie brauchen Eltern, die ihnen die Möglichkeit zu einem, dem Alter angemessenen, Spiel- und Trainingsumfang geben können und wollen:

  • 5-jährige: 5 Stunden pro Woche Tischtennis
  • 6-jährige: 6-7 Stunden pro Woche Tischtennis
  • 7-jährige: 8-9 Stunden pro Woche Tischtennis
  • 8-jährige: 9-10 Stunden pro Woche Tischtennis
  • 9-jährige: 11-12 Stunden pro Woche Tischtennis
  • 10-jährige 12-14 Stunden pro Woche Tischtennis

Um mit Gleichaltrigen anderer Länder mithalten zu können, sollte diese Spiel- und Trainingsbasis vorhanden sein.

Wichtig: Wir sehen es als selbstverständlich an, dass ein Kind NIE von den Eltern oder einem Trainer gezwungen werden darf, zum Training zu gehen. Das Kind muss es selbst wollen, von der Möglichkeit wissen und fragen, ob es zum Tischtennisspielen gehen darf.

Ein Kind, das häufig Tischtennis spielt, wird sich schnell verbessern. Etwas gut zu beherrschen, gibt jedem Menschen Erfolgserlebnisse. Diese positiven Erfahrungen erhöhen in der Regel die Freude am Spielen und sind die beste und gesündeste Motivation.

Der gute Trainer

Für ein gutes Training braucht es ein oder beide Elternteile mit Tischtennis-Kompetenz oder engagierte Trainer*innen/Personal Coaches mit den richtigen Eigenschaften, Kenntnissen und Fähigkeiten. Wir sind der Auffassung, dass ein Trainer, der die Anforderungen des 7-Faktor Trainerprofils (s.u.) in hohem Maße erfüllt, ein ausgezeichneter Coach sein sollte. Tischtennis-Wissen allein reicht nicht aus. Unsere Vision von Kompetenz sieht eine große Bedeutung in einer ganzheitlichen und zukunftsorientierten Betreuung, geprägt von Hartnäckigkeit und transparenter Kommunikation.

Ein „Geheimnis“ des Erfolges ist es, von Anfang an die richtigen Dinge, zum richtigen Zeitpunkt, mit den richtigen Personen zu tun. In der Regel kommt das optimale Umfeld zur Weiterentwicklung aber nicht von allein zum Spieler*in. Darum ist es wichtig, dass der Spieler*in im Alter von 13 - 15 Jahren zusammen mit dem Personal Coach die richtige Umgebung proaktiv sucht und aufbaut.

Der Schlüssel für Entwicklung kommt für compass Coach Evelyn Simon nicht aus der Tischtennis Terminologie: “Nur wenn eine vertrauensvolle Spieler-Trainer Beziehung besteht, kann ein Spieler sein volles Potential ausschöpfen.”

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Für compass Coach Oliver Alke bedeutet Kompetenz auch mehr als Erfahrung: “Am wichtigsten ist immer der Mensch und die Pädagogik, wie man einander erreichen kann, wie man sich tiefer verbindet. Wenn man gemeinsam eine gute Beziehung aufbaut, können unglaubliche Dinge gemeinsam geschaffen werden.“

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Das 7-Faktoren Trainerprofil

Auf Grund des immer höheren internationalen Niveaus im Spitzentischtennis, kann ein junger Spieler es sich nicht erlauben, viele Fehler im Laufe seiner Karriere zu machen, wenn er bis in die absolute internationale Spitze vordringen will. Kompetente Trainer, die nicht nur die tischtennisspezifischen Fähigkeiten, Eigenschaften und Entwicklungsmöglichkeiten, sondern auch das, was in den anderen Lebensbereichen eines jungen Menschen vor sich geht, haben deshalb eine immer größere Bedeutung für die Entwicklung eines Spielers bekommen. 

Compass ist der Auffassung, dass ein Trainer, der die Anforderungen der im folgenden beschriebenen 7 Faktoren in hohem Maße erfüllt, ein ausgezeichneter Trainer und Coach sein sollte. 

1          TT-Wissen

a)     Ein Trainer muss in Sachen TT up-to-date sein, die technisch, taktische, physische Entwicklung der besten Spieler der Welt ständig mitverfolgen. Aber genauso wichtig ist es, über das Niveau der weltbesten Schüler und Jugendlichen informiert zu sein. 
b)     Er muss eine klare Vorstellung von der für den einzelnen Spieler optimalen individuellen TT-Technik haben und davon, wie man sich effektiv am Tisch bewegt.
c)     Er muss seinen Spieler analysieren, ihn in Überlegungen im Hinblick auf den Entwicklungsprozess miteinbeziehen und Kenntnisse davon haben, wie das nächste Entwicklungsziel erreicht werden kann und diese mit dem Spieler besprechen. 

2          Coaching – Kommunikation – Vertrauen

Der Trainer muss

  • Kompetenz zur Kommunikation, Interaktion und Konfliktlösung besitzen
  • das individuelle, altersabhängige, emotionale und soziale Verhalten, das eine besondere Herausforderung darstellt, meistern.
  • zur Persönlichkeitsentwicklung des Spielers beitragen und dazu, dass er ein positives Selbstbild entwickelt und lernt, eigene Fähigkeiten einzuschätzen.
  • Vertrauen ist das entscheidende Mittel, um einen Spieler positiv zu beeinflussen. Ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis ist für die Entwicklung unabdingbar.

3          Ist-Soll Differenz erkennen

Ein Trainer muss bei noch jungen Spielern erkennen, an welchen technischen, taktischen und physischen Eigenschaften und Fähigkeiten der Spieler arbeiten soll, um sich zu verbessern und andererseits, welche Schwächen, die den Spieler an einer Weiterentwicklung hindern, ausgemerzt werden sollen. 

4          Hartnäckigkeit – Selbstständigkeit – Zusammenarbeit

Um die Ist-Soll Differenz zu verkleinern, muss der Trainer jüngeren Spieler viele Hinweise, die der spielerischen Entwicklung dienen, geben. Er muss zusammen mit dem Spieler hartnäckig an Abweichungen arbeiten, die der Entwicklung des Spielers später im Wege stehen würden. D.h., es reicht nicht, den Spieler im Vorbeigehen an eine Arbeitsaufgabe zu erinnern, sondern er muss „dranbleiben“, nicht aufhören an dem zu entwickelnden Detail zu arbeiten, bis es „sitzt“!

Gleichzeitig muss der Trainer den Spieler frühzeitig zum Nach- und Mitdenken auffordern. Je älter der Spieler wird, desto mehr soll er selbst zu seinem Entwicklungsprozess beitragen, lernen seinen Alltag zu organisieren und selbstständig zu werden und Verantwortung für seine Entwicklung übernehmen. Er muss sich mit den Verbesserungs- und Entwicklungszielen seines mit dem Trainer gemeinsam erarbeiteten Plans identifizieren. 

5          Ganzheitliche Betreuung

Empathie. Vater/Mutter-Ersatz. Der Trainer muss den Spieler in den Bereichen Tischtennis, Schule, soziales Leben kennen und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. 

6          Enthusiasmus

So wie ein hoch ambitionierter Spieler ein 24 -Stunden-Sportler, der seinen Alltag mit dem Ziel, ganz nach oben zu kommen, plant und organisiert, sein sollte, sollte auch der TT-Trainer diesen Enthusiasmus und die Bereitschaft ein 24-Stunden Trainer zu sein, mitbringen. Er/sie sollte mit Hingabe den Spieler beim Erreichen seiner Ziele optimal unterstützen. 

7          Zukunftsorientiert

Ein guter Trainer sollte auch organisatorische Eigenschaften besitzen. Lang-, mittelfristige, kurzfristige Planung von Trainings- und Wettkampfmaßnahmen sind wesentlich. Die Durchführung der Pläne ebenso. Die Fähigkeit zusammenzuarbeiten und die Einholung von Spitzenkompetenz in verschiedenen Bereichen sind ebenfalls wesentlich. Es gilt, innovativ zu sein, der Entwicklung eher einen Schritt voraus als dahinter zu sein.