Er bringt Talententwicklung auf die nächste Stufe

Jens FellkeAktuelles, PortraitLeave a Comment

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Interview mit Daniel Zwickl, neuer Managing Director von compass

Als Daniel Zwickl jung war, nahm er an sieben Jugendeuropameisterschaften teil und gewann fünf Goldmedaillen bei den Schülern. Nach seiner Karriere war er ein entscheidender Teil des Teams, das das Liebherr Masters College aufbaute, das Zentrum in Ochsenhausen, in dem sich unter anderem Hugo Calderano und Simon Gauzy von Talenten zu Top-10-Spielern der ganzen Welt weiterentwickelten.

Kein Wunder, dass Zwickl ganz oben auf der Wunschliste stand, als compass sich auf die Suche nach einem neuen Managing Director machte. Ab 01. November 2021 führt der 37-jährige Ungar die Stiftung in die Zukunft.

Daniel Zwickl, neuer Managing Director von compass. Foto: privat

„Bis auf die letzten drei Jahre bei Teqball drehte sich mein ganzes Leben um Tischtennis – als Spieler und als Sport- und Teammanager in Ochsenhausen“, sagt Daniel im Teams-Interview. „Tischtennis ist die Sportart, in der ich mein Engagement, meine Leidenschaft und meine Begeisterung habe. Außerdem liegt mir die Talentförderung sehr am Herzen, da ich sie einerseits als Spieler erlebt habe, andererseits im Liebherr Masters College auch einige Spielergenerationen betreut habe.“

Daniel, Dubravko Skoric und Liam Pitchford während Daniels Zeit als Sport- und Teammanager in Ochsenhausen. Foto: TTF Liebherr Ochsenhausen

Ein Momentum schaffen

Daniel wird sein Wissen als Spieler und als Sportmanager auf höchstem Niveau, sowie seine jüngsten Erfahrungen bei teqball, wo er in einer neuen Sportart arbeitete und einen erweiterten Einblick in einen anderen Teil des Sportbusiness erhielt, kombinieren.
Als neuer Managing Director von compass ist er verantwortlich für insgesamt 20 Talente in Deutschland, Schweden und Frankreich, deren tägliche Trainer sowie die fest angestellten compass Expertentrainer Evelyn Simon und Oliver Alke. „compass ist vor fünfeinhalb Jahren gestartet und ich habe ein gut funktionierendes System übernommen“, sagt er weiter. „Meine Aufgabe ist es, es auf die nächste Stufe zu heben, einen Rahmen und eine Strategie zu schaffen, die uns in die nächste Phase des Projekts führen.“

„Es geht darum, ein flexibles und nachhaltiges System zu schaffen, in dem sich Talente so schnell wie möglich entwickeln können, und zwar auf einem Weg, der sie bis in die Spitzenklasse führt. Es geht darum, die Organisation auch für Talente aus anderen europäischen Ländern zu öffnen. Und es geht darum, den lokalen und persönlichen Trainern der Talente zu helfen, das heimische Umfeld zu stärken, damit es unseren hohen Zielen entspricht. Außerdem geht es darum, mit allen Beteiligten – Spielern, Trainern, Eltern, Verbänden, Sponsoren, Nationalmannschaften und Vereinen – in Kontakt zu treten. Es ist sehr aufregend, etwas zu tun, was noch nie zuvor getan wurde.

Höheres Niveau, aber Mangel an Kreativität

Im Oktober 2021 reiste Daniel Zwickl nach Tours in Frankreich, um das Europe Youth Top 10 zu erleben, ein Turnier, das er selbst als Schüler und Jugendlicher fünfmal gespielt hat.

„Generell ist das Niveau der Jugend sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen jetzt höher als vor drei bis fünf Jahren. Was ich allerdings vermisse, sind mehr Spieler wie Truls Möregardh oder Annett Kaufmann (compass Spielerin), die beide einen einzigartigen, innovativen Stil haben. In Asien steht das System an erster Stelle und das Individuum an zweiter. Um Asien herauszufordern, müssen wir die umgekehrte Reihenfolge haben – das Individuum an erster Stelle und das System an zweiter.

So arbeiten wir bei compass. Wir scouten und selektieren in jungen Jahren. Wir versuchen, eine maßgeschneiderte Unterstützung in ihrem heimischen Umfeld zu schaffen, einschließlich eines persönlichen Trainers, der die Gesamtverantwortung für ihre Entwicklung trägt. Wir haben ein Expertenteam mit hoher Kompetenz in allen erforderlichen Bereichen, einschließlich des verwendeten Materials und der genutzten Technologien.“

Daniel nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London teil. Foto: SAEED KHAN/AFP/GettyImages

Die Bedeutung des Mutes, sich an den Plan zu halten

Als Spieler galt Daniel Zwickl in Ungarn selbst als Wunderkind. Er sollte der nächste Weltmeister werden, wie Klampár, Jónyer oder Gergely in den 1970er Jahren. Daniel hat seine Profikarriere durchgezogen, er hat an den Olympischen Spielen 2012 in London teilgenommen und ist am Höhepunkt seiner Karriere bis auf Position 89 der Weltrangliste gekommen. Sicherlich sehr gut, aber was hätte er rückblickend anders gemacht?

„Ich hätte mehr Mut zur Veränderung gehabt. Ich hätte mehr an mich geglaubt und das System in Frage gestellt. Um wirklich gut zu werden, muss man den Mut haben, Dinge anders zu machen als andere und wie es die Konvention vorschreibt. Man braucht den/die richtigen Coach(es), das richtige Umfeld mit Menschen, die dieselben Werte teilen, und man muss die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit treffen. Du darfst dich nicht auf das Ergebnis des nächsten Wettbewerbs konzentrieren, sondern auf deine langfristige Entwicklung und Vision. Außerdem darfst du keine Kompromisse eingehen, sondern musst deinen Plan verfolgen.“

Als nächsten Schritt startet compass bald eine Bewerbungsphase für neue Talente, die am Talentförderprogramm teilnehmen möchten. Informationen dazu folgen in Kürze auf der compass Website.

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