„Der erste Schritt ist geschafft“

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Interview mit compass Trainerin Evelyn Simon über ihren Schützling Annett Kaufmann

Die Mannschaft ist nicht in Bestbesetzung bei der EM angetreten und trotzdem haben die Mädels Gold geholt. Was ist das Geheimnis hinter diesem grandiosen Titel?

„Der alles entscheidende Aspekt war der Teamgeist! Das hat man schon bei den Vorbereitungslehrgängen gesehen. Die Mädels haben Bock zusammen zu spielen und bilden gemeinsam eine Einheit. Nina (Mittelham) hat die Führungsposition von Petrissa Solja, die kurz vor der EM krankheitsbedingt absagen musste, grandios übernommen!
Wie Sabine (Winter) im Finale gespielt hat, so gut, habe ich sie noch nie gesehen, und die Auftritte von Chantal (Mantz) waren unglaublich beherzt und souverän. Es kam alles so wie es kommen sollte – alles kam zur richtigen Zeit und der Teamgeist der Mannschaft war wirklich sehr beeindruckend.“

Annett nach ihrem Sieg gegen Ema Labosova (Slowakei). Foto: ETTU

Annett wurde im ersten Gruppenspiel gegen die Slowakei direkt ins kalte Wasser geworfen. Wie hat sie sich in deinen Augen geschlagen?

„Aus meiner Sicht grandios gemeistert! Bei ihrem ersten internationalen Auftritt bei den Damen war sie sicherlich sehr nervös. Sie hat sich aber gar keiner Blöße gegeben. Annett wurde von der Mannschaft super aufgefangen und konnte dank der Unterstützung von hinten frei aufspielen und das Spiel souverän gewinnen.“

Tamara Boros hat Annett bei der Jugend EM vor 3 Jahren ebenfalls in Cluj betreut, nun auch bei den Damen – wie gut kennen sich die beiden und was kannst du uns zur verantwortlichen Bundestrainerin sagen? 

„Tamara wächst gerade sehr gut mit Annett zusammen. Die vierfache Olympia-Teilnehmerin kann Annett noch sehr viel aus ihren eigenen Erfahrung als Spielerin und Trainerin mitgeben. Besonders die Dinge, die es braucht, um in den entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen. 
Tamara ist als Person sehr ruhig, sehr einfühlsam und kann sich sehr gut in die Spielerinnen hineinversetzten, zudem ist sie sehr zielorientiert. Ich denke, Annett kommt bereits jetzt schon sehr gut mit Tamara klar, mit den Jahren wird es aber sicherlich noch besser und vertrauter.”


Die erste Etappe von Annett ist geschafft, sie hat auf internationalem Damen Parkett reinschnuppern können. Was kommt als Nächstes?

„Annett hat sich bei ihrem ersten internationalen Einsatz ausgezeichnet präsentiert. In Zukunft soll das Ziel sein, dass sie bei den Damen international mitspielt! Sei es auf WTT Turnieren oder die ein oder anderen Einsätze in der Nationalmannschaft. Der erste Schritt ist geschafft und dann gleich ein so wunderbarer. Dank einer Wildcard kann Annett im November bei der U21 EM in Belgien an den Start gehen und dann sehen wir weiter, immer Schritt für Schritt.“

Annett auf der großen Bühne bei den Europameisterschaften in Cluj, Rumänien. Foto: privat

Der vierte EM Titel für Annett in einem Jahr – wir erinnern uns an die Jugend EM im Sommer bei der Annett Gold im Team, Doppel und Einzel holte. Wieso ist sie so erfolgreich? 

„Da kann man nicht soviel zu sagen – sie ist einfach so gut. Annett übernimmt immer mehr Verantwortung für ihr eigenes Spiel und sie kann Sieg und Niederlage wesentlich besser einordnen als noch vor 3 Jahren. Außerdem hat sie ein Spitzen – Team um sich herum, besonders die Unterstützung ihrer Familie und der Trainer gibt ihr Sicherheit.
Das Ziel, was Annett jetzt auch schon selber mal in einem Interview öffentlich geäußert hat, hat sich in den letzten Jahren nicht geändert: Olympische Spiele in Los Angeles oder auch schon Paris? 

Die Titel in diesem Jahr sind die logische Konsequenz aus all den gemeinsamen Anstrengungen und der EM Titel der Frauen, die Schokoglasur auf der Sahnehaube. Annetts Hausaufgaben sind klar: sich weiter entwickeln und Geduld dabei haben. Noch mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, d.h im Training auch mal das zu zu tun, worauf man keine Lust hat. Wenn man schlechte Laune hat, trotzdem versuchen gut zu trainieren und wenn man schlecht trainiert, sich dann zu sagen, das ist auch okay und trotzdem habe ich mein Bestes gegeben. 

Sie ist auf einem sehr guten Weg und wir sind stolz sie auf ihrem Weg begleiten und unterstützen zu können.“

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