Das 7-Faktor Trainerprofil

Jochen LeissCoaching, Entwicklung

Auf Grund des immer höheren internationalen Niveaus im Spitzentischtennis, kann ein junger Spieler es sich nicht erlauben, viele Fehler im Laufe seiner Karriere zu machen, wenn er/sie den Traum hat, bis in die absolute internationale Spitze vorzudringen. Kompetente Trainer, die nicht nur Kenntnisse von den tischtennisspezifischen Fähigkeiten, Eigenschaften und Entwicklungsmöglichkeiten, sondern auch von dem, was in den anderen Lebensbereichen eines jungen Menschen vor sich geht, haben, haben deshalb eine immer größere Bedeutung für die Entwicklung eines Spielers bekommen.

Compass ist der Auffassung, dass ein Trainer, der die Anforderungen der im folgenden kurz beschriebenen 7 Faktoren in hohem Maße erfüllt, ein ausgezeichneter Trainer und Coach sein sollte. 

1          TT-Wissen

  1. Ein Trainer muss in Sachen TT up-to-date sein, die technisch, taktische und physische Entwicklung der besten Spieler der Welt ständig mitverfolgen. Aber genauso wichtig ist es, über das Niveau der weltbesten Schüler und Jugendlichen informiert zu sein.  
  2. Er muss eine klare Vorstellung von der für den einzelnen Spieler optimalen individuellen TT-Technik haben und davon, wie man sich schnell und effektiv bewegt. 
  3. Er muss seinen Spieler analysieren, ihn in Überlegungen im Hinblick auf den Entwicklungsprozess miteinbeziehen und Kenntnisse darüber haben, wie das nächste Entwicklungsziel erreicht werden kann.

2          Coaching – Kommunikation

Beim Coaching handelt es sich darum, den einzelnen Spieler und dessen Mentalität zu verstehen. Es muss ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis zwischen Spieler und Trainer bestehen, auf das beide bauen können.

3          Ist-Soll Differenz erkennen

Ein Trainer muss erkennen, an welchen technischen, taktischen und physischen Eigenschaften und Fähigkeiten der Spieler arbeiten soll, um sich zu verbessern und andererseits, welche Schwächen, die den Spieler an einer Weiterentwicklung hindern, ausgemerzt werden sollen. In diesen Prozeß soll der Spieler ab einem gewissen Alter, aber am besten recht früh, mit einbezogen werden.

4          Hartnäckigkeit

Um die Ist-Soll Differenz zu verkleinern, muss der Trainer hartnäckig mit dem Spieler arbeiten.  D.h., es reicht nicht, den Spieler im Vorbeigehen an eine Arbeitsaufgabe zu erinnern, sondern er muss „dranbleiben“, nicht aufhören an dem zu entwickelnden Detail zu arbeiten, bis es „sitzt“! 

5          Ganzheitliche Betreuung

Empathie. Vater/Mutter-Ersatz. Der Trainer, wenn nicht selbst Elternteil, soll den Spieler in den Bereichen TT, Schule, soziales Leben kennen und ihn beeinflussen, damit er ein selbstständig denkender Mensch wird, der die Verantwortung für seine eigene Entwicklung übernehmen kann. 

6          Engagement

So wie ein hoch ambitionierter Spieler ein 24 -Stunden-Sportler sein sollte, der seinen Alltag mit dem Ziel, ganz nach oben zu kommen, plant und organisiert, sollte auch der TT-Trainer diesen Enthusiasmus und die Bereitschaft ein 24-Stunden Trainer zu sein, mitbringen. Er sollte bereit sein, den Spieler beim Erreichen seiner Ziele optimal zu unterstützen.

7          Zukunftsorientiert

Ein guter Trainer sollte organisatorische Eigenschaften besitzen. Lang-, mittelfristige und kurzfristige Planung von Trainings- und Wettkampfmaßnahmen sind wesentlich, ebenso wie die Durchführung der Pläne und deren Dokumentation. Die Fähigkeit mit Eltern, Schule, Vereinen, Verbänden und dem Spitzenverband zusammenzuarbeiten und das Einholen von Spitzenkompetenz in verschiedenen Bereichen der leistungsbestimmenden Faktoren sind ebenfalls von grosser Bedeutung. Es gilt, innovativ zu sein, möglichst der ständigen Entwicklung des TT-Sports einen kleinen Schritt voraus zu sein, ihr nicht hinterherzulaufen.