Annett – Schule, Hausaufgaben, Training, Wettkämpfe, Reisen

Jens FellkeAktuelles, Portrait, SpielerportraitLeave a Comment

Fast immer unterwegs. Foto: privat

Montag 19.10.20
Um 08.35 Uhr fing die Schulwoche mit Biologie, Deutsch und Matte an. In Biologie beschäftigten wir uns mit Diabetes und verschiedenen Krankheiten, die auf zu viel Zuckereinnahme zurückzuführen sind. Nach dem Mittagessen hatten wir Gemeinschaftskunde und sprachen über Immigration und darüber, wie wichtig es ist, dass diejenigen, die nach Deutschland kommen, so schnell wie möglich die Sprache erlernen.

In der Schule. Foto: privat

Um 15.30 Uhr war Schulschluss und ich ging nach Hause, was ca. 10 Minuten dauert. Ich zog rasch meine Trainingssachen an und dann fuhr Mama mich zum Training nach Böblingen. Zuerst machte ich einige regelmäßige Kontrollübungen, dann Aufschlag/Rückschlag. Ich fokussierte mich auf kurze, schnelle Bewegungen. Wenn ich auf bessere Spieler treffe, die ein höheres Tempo spielen, komme ich manchmal nicht ganz mit. Ich muss schneller werden, um die richtige Technik anwenden zu können, auch wenn das Spiel sehr schnell ist.

Dienstag 20.10.
In der ersten Stunde hatten wir Musik. Das hat Spaß gemacht.  Ich mache mit meiner Klassenkameradin einen Podcast über Michael Jackson und die Band The Jackson 5. Das ist die Gruppe, in der er mit vier seiner Brüder auftrat als er noch ein Kind war. 

Dann hatten wir Spanisch. Weil wir auch Latein haben, ist es nicht so schwierig. Viele lateinische Worte tauchen auch im Spanischen wieder auf. In Deutsch mussten wir einen Text lesen und machten von diesem anschließend eine Argumentationsanalyse. Was sprach dafür – was dagegen.
Als ich zu Hause war, waren Schularbeiten angesagt. Ich war in letzter Zeit sehr viel unterwegs und hatte eine Menge Stoff nachzuholen, vor allem in Englisch, Spanisch und Deutsch. Eigentlich hätte ich das letzten Freitag machen sollen, hatte es aber nicht geschafft, deshalb musste ich jetzt ran.

Mittwoch 21.10.
Der Mittwoch ist immer ein langer Tag. Zuerst Schule, wenn auch etwas kürzer. Um 14.15 Uhr fuhr Mama mich nach Böblingen. Das Training fing mit 2 Stunden Balleimer Training mit meinem Coach, Evelyn Simon, an. Wir arbeiteten viel mit Schnelligkeit, d.h. dem schnellen Übergang zwischen dem Returnieren kurzer Bälle und einem folgenden langen Ball. Und dann kombinierten wir das mit normaler Beinarbeit. Mich stets in guter Position für den nächsten Ball zu befinden, ist ein weiterer wichtiger Schritt für meine Entwicklung. Und überhaupt besser im Aufschlag-/Rückschlagspiel zu werden. 

Darauf folgte eine Stunde Krafttraining. Dann aß ich etwas und machte eine Pause, bevor ich noch eine kürzere Einheit mit meiner Schwester Alexandra spielte. Jeder machte drei Übungen und am Schluss spielten wir etwas entspannter und ”kreativer”, mehr zum Spaß. Um 20.15 Uhr war Schluss – da hatte ich mehr als fünf Stunden effektiv trainiert.

Das ist das Einzige, was meinen Schulgang von dem meiner KlassenkameradenInnen unterscheidet.

Annett Kaufmann

Donnerstag 22.10.
In der Schule hatten wir Ethik und wie diese sich verändert hat in der heutigen Gesellschaft. In Geschichte war der 2. Weltkrieg Thema. Nach der Pause hatten wir Spanisch und Englisch und dann gingen wir in die Kantine zum Mittagessen. Dann sitzen wir immer alle zusammen an einem Tisch und unterhalten uns über alles mögliche. Das ist eine sehr angenehme Unterbrechung des Unterrichts.

Nach der großen Pause hatten wir Deutsch und Geographie. Danach haben die anderen in der Klasse Sportunterricht. Da brauche ich aber nicht mitzumachen, stattdessen fahre ich nach Böblingen, um zu trainieren. Das ist das Einzige, was meinen Schulgang von dem meiner KlassenkameradenInnen unterscheidet. Ich gehe also nicht auf ein Sportgymnasium. Aber ich bekomme glücklicherweise sehr häufig frei, um an Wettkämpfen oder Lehrgängen teilzunehmen.
Gegen 21.00 Uhr kam ich vom Training nach Hause. Ich setzte mich hin und machte einige Hausaufgaben. Danach war ich richtig müde und fiel nur so ins Bett. Ich liebe mein Tischtennis, aber manchmal kann alles ein bisschen viel werden.

Schulschluss. Foto:privat

Freitag 23.10.
Die Schule fing mit Potenzrechnung an, dann Latein und Spanisch. In der Pause waren wir draußen, obwohl es nicht mehr so frei ist wie vor Corona. Um 13.00 war Schulschluss. Da ging ich wie immer nach Hause. Bevor wir zum Training fuhren machte ich eine Hausaufgabe während ich eine kleine Zwischenmahlzeit zu mir nahm. Das war um 14.00 Uhr. Ich trainierte etwas kürzer als am Mittwoch, 2,5 Stunden und die ganze Einheit war am Tisch.

Als ich nach Hause kam machte ich die letzte Hausaufgabe. Dann gab es Abendessen und anschließend schaute die ganze Familie Fernsehen.

Samstag – Sonntag 24./25.10.
Mein erster freier Tag der Woche! Ausschlafen – wunderbar! Vormittags war ich zu Hause und später ging die ganze Familie einen langen Spaziergang in einem Wald, der ganz in der Nähe von uns liegt. Es ist herrlich sich an der frischen Luft zu bewegen, wenn man sich die ganze Woche in der Schule, im Auto und in der Trainingshalle aufhält.

Am Abend sahen wir uns einen Film an und dann ging ich relativ früh schlafen. Am nächsten Tag war ja ein Spiel. Zum Glück ein Heimspiel, d.h. keine weite Anreise.

Ich spiele zusammen mit meiner Schwester Alexandra für den SV Böblingen in der 1. Bundesliga. Wir trafen uns um 09.00 Uhr, 1,5 Stunden vor dem Spiel. Wir spielten gegen TTB Bingen/Münster-Sarmsheim und gewannen 5-3. Es waren nur ca. 40 Zuschauer aufgrund von Covid-19 anwesend. Ich gewann meine beiden Spiele und war zufrieden mit mir. Besonders gegen Mallika Bhandarkar aus Indien. Sie hatte einen ungewöhnlichen Spielstil und ich brauchte etwas Zeit, um diesen zu verstehen. Als mir das gelang, habe ich meine Nervosität abgelegt und kam gut ins Spiel. Ich verlor den 1. Satz 4-11 und gewann den 2. und 3. Satz mit 12-10! Im 4. Satz war dann das 11-5 klarer. Mein zweites Spiel war gegen die Tschechin Katerina Tomanovska. Da gewann ich 3-0. Das war mein vierter Sieg in dieser Bundeliga, jetzt stehe ich 4-0 an Position drei. Wir hatten bisher zwei Spiele und haben beide mit 5-3 gewonnen. SV Böblingen führt die 1. Bundesliga an!

Das Team des SV Böblingen: v.l.n.r. Mitsuki Yoshida, Alexandra Kaufmann, Annett Kaufmann, Qianhong Gotsch.

Mit Annett Kaufmann sprach Jens Fellke

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